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  3. Leseprobe-Erfurt

1. Stadtspaziergang

Zeitreise um den Dom

In der traditionsreichen Universitätsstadt, im Jahr 742 erstmals urkundlich erwähnt, lernte bereits Martin Luther. Womit wir mittendrin wären in der mittelalterlich geprägten Altstadt mit ihren über 20 gotischen Pfarrkirchen – eines der größten Flächendenkmale Deutschlands. Im Mittelpunkt steht das imposante Ensemble aus dem Dom St. Marien und der Kirche St. Severi. Schauen Sie hinein und bewundern Sie in der Kathedrale das Tafelbild „Die Verlobung der Heiligen Katharina“ von Luca Cranach d. Ä. Vom Domplatz aus reizt ein Spaziergang über die Allerheiligengasse und Waagegasse mit ihren historischen Fachwerkhäusern zum Fischmarkt. Dort lässt sich das sehenswerte neugotische Rathaus bewundern, umgeben von prächtigen Patrizierhäusern aus der Renaissance wie das „Haus zum Roten Ochsen“ und das „Haus zum Breiten Herd“. Unterwegs kommen Sie an der mittelalterlichen Alten Synagoge aus dem 11. Jahrhundert vorbei, eine der wenigen noch erhaltenen Europas. Den Schlusspunkt setzt die imposante Zitadelle Petersberg, die einst kurmainzische Zwingburg aus dem 17. Jahrhundert.

 

2. Ausflüge in die Natur

Im Grünen

Erfurt ist bekannt für seine schönen Gärten – dem Begründer des Gartenbaus in Deutschland, Christian Reichert (1685–1775), wurde an der Pförtchenbrücke nahe dem Luisenpark sogar ein Denkmal gesetzt. Der egapark, zu DDR Zeiten Ort der Internationalen Gartenbauausstellung (iga), lockt mit dem größten zusammenhängenden Blumenbeet Europas, seinen Pflanzenhäusern, Themengärten und dem einzigartigen Deutschen Gartenbaumuseum alljährlich Tausende Pflanzenfreunde an. Eine neue Attraktion entsteht zur Bundesgartenschau zwischen Nordpark bis hinauf zum Kilianpark: der größte Landschaftspark Thüringens.

3. Kunsthandwerk & Eis

Die Krämerbrücke

Mitten durch die Altstadt von Erfurt säuselt die Gera. Und über ihr spannt sich zwischen Benediktsplatz und Wenigemarkt die berühmte Krämerbrücke, eines der Wahrzeichen der Stadt und mit 120 Metern die längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. Ursprünglich aus Holz errichtet, erbaute man sie im Jahr 1325 aus Stein. Die pittoresken Fachwerkhäuser beherbergen heute kleine Galerien und altehrwürdige Läden, in denen man Thüringer Blaudruckstoffe, handbemalte Keramik, Schmuck, Holzschnitzereien sowie Unstrut-Weine bekommt. Besonders bei sonnigem Wetter sollte man sich die ein oder andere Kugel selbstgemachtes Eis von der beliebten Manufaktur Eiskrämer nicht entgehen lassen. Und auch das Museum Brückenhaus mit der alten Bohlenstube und repräsentativen Wohnräumen ist unbedingt einen Besuch wert.

4. Molsdorf

Schlossbesuch

Rund zehn Kilometer südwestlich von Erfurt liegt eines der schönsten Barockschlösser Thüringens. Die einstige Wasserburg Molsdorf wurde im 18. Jahrhundert vom illustren Reichsgrafen Gustav Adolf von Gotter zum eindrucksvollen Lustschloss umgestaltet. Das Innere des von einem großzügigen Landschaftspark (BUGA-Außenstandort) umgebenen Anwesens beeindruckt unter anderem mit einem prächtig getäfelten Festsaal samt Gemälden, mit opulenten Deckengemälden und einem der wenigen noch erhaltenen privaten Luxusbäder des frühen 20. Jahrhunderts. Die spätere Schlossherrin, die Gräfin von Gneisenau, ließ es um 1910 mit grün geädertem Marmor gestalten. Das beliebte Ausflugsziel lässt sich prima per Fahrrad erreichen, etwa über den Gera-Radwanderweg.

5. Kulinarik

Essen mit Clara

Kulinarisch bieten sich in Erfurt eine Reihe exzellenter Optionen an. Einen famosen Blick auf die Stadt hat man von der Glashütte Petersberg, besonders abends, wenn der Dom romantisch beleuchtet ist. Im Restaurant Café und Bar Übersee sitzt man auf einer schönen Flussterrasse und genießt Gerichte und Cocktails aus aller Welt. 
Deftige, gutbürgerliche Küche serviert das Augustiner Restaurant mit idyllisch am Wasser gelegenem Biergarten mit Blick auf die Krämerbrücke. Feinschmecker erwartet schließlich im Sterne-Restaurant Clara im Kaisersaal eine Küche voller Finesse. Namensgeberin ist übrigens Clara Schumann, die einst den 100-DM-Schein zierte und deren wandfüllendes Porträt im Gastraum zu sehen ist. Tipp: Das Restaurant bietet auch Kochkurse an.