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Brighton: Sehenswürdigkeiten, Musik und Meer

Brighton wird gerne als Badewanne Londons bezeichnet. Doch das pulsierende Seebad in East Sussex ist weit mehr als das: Die südenglische Stadt lockt mit interessanten Sehenswürdigkeiten, trendigen Restaurants und einer lebendigen Kulturszene. Frische Seeluft, ein kieseliger Strand und viktorianische Häuser entlang der unendlich erscheinenden Uferpromenade: Das Seebad Brighton bezaubert mit seiner entspannten Atmosphäre. Ein ausgeprägter Sinn für Exzentrik ist ebenfalls typisch für den berühmtesten Badeort in Großbritannien. Brighton gilt als ausgeflippt und dabei außerordentlich tolerant, zahlreiche Schwule und Lesben haben sich die Stadt am Ärmelkanal als persönliche Haupstadt auserkoren. Hier aufzufallen ist gar nicht so leicht. Außerdem gibt es beim Brighton Urlaub neben Glanz und Glitter historische Regency-Architektur und spannende Museen zu sehen.

Der Royal Pavilion in Brighton: exotisches Highlight inmitten der Stadt

Eine der größten Attraktionen Brightons, wenn nicht gar der Britischen Inseln, ist der Royal Pavilion. Dabei handelt es sich um einen schillernden Palast, der zwischen 1815 und 1822 auf Wunsch des Prince of Wales, dem späteren König Georg IV., erbaut wurde. Architekt war der begnadete John Nash, er ließ sich in seinen Ideen maßgeblich von indischen Mogulpalästen inspirieren. Manche nennen das opulente Schloss mit seinen Zwiebeltürmen und Minaretten eine Tollheit, andere bezeichnen es aufgrund seiner extravaganten Gestaltung als kitschig. Vorbei kommt man an ihm jedenfalls nicht, zu groß ist seine exotische Strahlkraft. Prinzregent Georg nutzte den Royal Pavilion übrigens gerne, um sich den strengen Regeln seiner Eltern zu entziehen. Für ihn war das Lustschloss am Meer ein Zufluchtsort. Wer den Royal Pavilion heute betritt, taucht ein in eine Fantasiewelt aus mythologischen Tierwesen, tropischen Pflanzen, üppiger Chinoiserie und ägyptischen Gottheiten. Hier verschmelzen Schein und Wirklichkeit, Neugotik und Barock, Fernöstliches und Europäisches. Ein Rundgang durch den Bankettsaal mit tonnenschwerem Lüster und einem Musikzimmer voller geflügelter Drachen ist bei einem Brighton Urlaub geradezu ein Muss. Danach geht es in den Royal Pavilion Tearoom, einem schicken Café, in dem Sie typisch britisch Ihren Nachmittagstee einnehmen können. Weiche Scones, mit einem als „Clotted Cream“ bekannten Streichrahm, sollten dabei nicht fehlen. Durch hohe Fenster wandert der Blick über den prachtvollen Palastgarten.

Unbedingt besuchen: Brightons Sehenswürdigkeiten

„London by the sea“, wie Brighton auch genannt wird, ist von überschaubarer Größe und bietet rund 80km südlich der britischen Hauptstadt viel Entdeckenswertes:

  • 1. Brighton Palace Pier: Tausende Glühbirnen illuminieren die 524m ins Meer ragende Seebrücke nachts, während bereits tagsüber purem Kirmesvergnügen mit Karussells, Achterbahnen, Spielhallen und den als „Brighton Rock“ bekannten Zuckerstangen gefrönt werden kann.
  • 2. Der zauberhafte Royal Pavilion aus dem 19. Jahrhundert wurde indischen Mogulpalästen nachempfunden und beherbergt ein Museum.
  • 3. British Airways i360: Die bewegliche Aussichtsplattform des 173m hohen und gleichzeitig schmalsten Turms der Welt erinnert an einen gläsernen Donut und beschert ein spektakuläres Panorama über Brighton und die Küste.
  • 4. Kultur vom Feinsten – von Konzerten bis Comedy – bietet das Brighton Center
  • 5. Lust auf Shopping? Dann sind Sie in den Straßen rund um North Laine bestens aufgehoben.
  • 6. The Lanes: Das Altstadtviertel mit seinem Gewirr aus verwinkelten Gassen gilt als Urzelle Brightons und bezaubert mit kreativen Design- und Vintageläden, skurrilen Cafés und urgemütlichen Pubs, gerahmt von Graffitikunst und stimmungsvoller Straßenmusik.

Drinnen und draußen: Aktivitäten in Brighton

Dass Brighton bis Mitte des 18.Jh. ein verschlafenes Fischerdorf war, ist heute nicht mehr zu erahnen. In der bunten, lebhaften, durch und durch kosmopolitischen Küstenstadt erinnert das maritime Brighton Fishing Museum allerdings sehr sehenswert anhand interessanter Filme, Fotografien, Gemälde und Memorabilien an die Geschichte des heimischen Fischfangs. Wer sich für Ausstellungen und Vorträge zur Geschichte und Kultur des Seebads interessiert, sollte zudem den Veranstaltungskalender des Centre for Life History and Life Writing Research der in Brighton beheimateten University of Sussex auf dem Zettel haben. Sport und englische Hochkultur lassen sich auf dem traditionsreichen Sussex County Cricket Ground zelebrieren, wo erstmals 1872 ein Duell im Schlagball ausgetragen wurde. Naturliebhaber wiederum können mit einem Fahrrad die Küste entlangradeln, von der Brighton Marina zum Makrelenfischen aufbrechen oder eine Waldwanderung mit Lama im nahen Ashdown Forest unternehmen. Wenn die Sonne langsam untergeht, tummeln sich auf dem Eisenskelett von Brightons altem West Pier Schwärme von Staren und bieten ein unvergleichliches Motiv für ausgemachte Hobbyfotografen.

Nostalgie und Meer: Badeurlaub in Brighton

Es war Richard Russell, ein zunächst unbedeutender Landarzt aus Lewes in Sussex, dem Brighton seine Berühmtheit als Badeort zu verdanken hat. Er riet seinen drüsenkranken Patienten, zu ihrer Genesung im benachbarten Brighton frische Seeluft zu atmen und ein Gebräu aus Meerwasser, Krabbenaugen und Milch zu trinken. Seine 1753 veröffentliche Dissertation zum Thema Meereskuren schlug dann im wahrsten Sinne des Wortes hohe Wellen und verhalf Brighton zum Aufstieg als mondänes Seebad. Die heilende Wirkung des Meeres hat bis heute nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Ein typisches Bild in Brighton sind deshalb auch Einheimische und Gäste, die mit einem Tee oder einem Pint Bier am steinigen Strand sitzen, sich eine salzige Brise um die Nase wehen lassen und den Möwen lauschen.

Wer es actionreicher mag, springt in die Wellen, versucht sich im Stand-up-Paddeln oder segelt über den Ärmelkanal. Das Wassersportangebot in Brighton ist vielfältig. Die Yellowave Beach Sports Venue am Madeira Drive ist darüber hinaus der ideale Ort, um sich neben Beachvolleyball auch in Trendsportarten wie Strandrugby und Footvolley auszuprobieren. Sie können aber auch einfach die 7km lange Promenade des Seebads entlangflanieren, die von zahlreichen Cafés, Restaurants und kleinen Geschäften gesäumt wird. Der leicht dekadent wirkende Brighton Pier ist ausschließlich dazu da, um sich zu vergnügen. Die besten Fish and Chips der Stadt, also den berühmten Backfisch mit Fritten, gibt es hier auch – stilecht gewürzt mit Salz und Essig.

Essen und Trinken in Brighton: vegane Kreativküche, Seafood und Pubs mit Musik

Brighton verfügt über eine erstaunliche Dichte an kreativen kulinarischen Lokalen, auch der veganen und vegetarischen Art. Selbst für fleischliebende Feinschmecker empfehlenswert: das preisgekrönte Restaurant Terre a Terre (71 East St), dessen außergewöhnliche Zutaten- und Geschmackskombinationen einen völlig neuen Zugang zur vegetarischen Küche eröffnen. Das beste Meeresfrüchte-Restaurant der Stadt ist zweifellos das Regency (131 Kings Rd), eine Institution in Brighton. Für Streetfood-Freunde unverzichtbar: der Street Diner, ein wöchentlicher Foodmarkt in den Brighthelm Gardens mit Gerichten aus aller Welt. Bei einem Bummel durch die Stadt werden Sie neben Fisch-and-Chips-Buden zudem eine Vielzahl an Gemüsehändlern und Delikatessenläden entdecken.

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Zu den Angeboten

Einen guten Drink bekommen Sie in kleinen, schummrigen Live-Musik-Pubs wie dem The Prince Albert (48 Trafalgar St), in dem Folk- und Rockmusik gespielt wird. Ebenfalls entdeckenswert ist das The Mesmerist (1-3 Prince Albert St) für alle, die Gypsy Jazz, Funk und Swing mögen. In der Nyetimber Sky Bar des Aussichtsturms British Airways i360 werden ausschließlich regionale Weine, Gins, Biere und Säfte serviert – bei einem traumhaften Blick über das Meer. Wenn Sie einmal hinter die Kulissen verschiedener Cafés und Restaurants blicken möchten, nehmen Sie an einer geführten Brighton Food Tour oder einer Brauereibesichtigung teil. Sogar Ausflüge zu den Weinfeldern von Sussex werden angeboten.

Musikmekka Brighton: Bohemia by the Sea

Brighton ist nicht nur ein quirliges Seebad und eine renommierte Universitätsstadt, sondern gilt auch als echte Musikhochburg. In den 1960er Jahren spielten hier The Who in den Florida Rooms am Pier. Mods und Rocker lieferten sich zum Brighton Rumble sportliche Raufereien, festgehalten in Ton und Bild in der legendären Jugendkultur-Saga Quadrophenia. Die berühmte schwedische Band ABBA sang 1974 im Brighton Dome „Waterloo“, das Gewinnerlied des 19. Eurovision Song Contests. Und dank des Brightoner DJs Fatboy Slim hat sich die Stadt zudem einen Namen als Entstehungsort der als Big Beat bekannten elektronischen Tanzmusik gemacht. The Kooks, eine 2006 gegründete Indie-Band, stammt ebenfalls aus Brighton. Bis heute leben und arbeiten viele Musiker in der weltoffenen Stadt. Auch Medienleute, Schauspieler und andere Kunstschaffende sind in Brighton anzutreffen und verleihen dem Badeort einen unverkennbaren Glamourfaktor.

Beste Reisezeit für Brighton: immer!

Ein Brighton Uralub ist zu jeder Jahreszeit empfehlenswert. Die Winter gelten als vergleichsweise mild, im Sommer werden angenehme Temperaturen von durchschnittlich etwa 20°C erreicht. Im Juli und August ist im Vereinigten Königreich Ferienzeit, in Brighton ist dann Badesaison. Etwas ruhiger geht es im Frühjahr und Herbst zu. Londoner kommen gerne einfach übers Wochenende, um in dem traditionsreichen Seebad Sonne zu tanken – und auch, um die lebhafte Kunst- und Kulturszene zu genießen. Denn trotz aller Verweise auf die Millionenmetropole an der Themse ist Brighton eine Szene-Stadt mit ganz eigener Identität, entspannter Atmosphäre und einem erstklassigen Kulturprogramm, das ganzjährig Besucher anzieht. Brighton ist geradezu legendär für seine Festivals. Als besondere Perle gilt das Brighton Fringe Festival: Dabei handelt es sich um Englands größtes Festival der darstellenden Künste, bei dem immer zwischen Mai und Juni eine riesige Bandbreite an Inszenierungen geboten wird: von Kabarett über Comedy und Konzerten bis hin zu Poetry Slams. Neue Bands unterschiedlicher Genres spielen, ebenfalls im Mai, beim dreitägigen Musikfestival The Great Escape auf.

Wer bunte Festumzüge, Tänzer und Straßenmusiker erleben möchte, kommt zum Kemptown Carnival nach Brighton: Es ist das größte kostenlose Straßenkunst-Festival der Stadt und lockt alljährlich rund 30.000 Besucher an. Anfang August steht die schrill-bunte Gay Pride Parade auf dem Programm. Und am ersten Sonntag im November wird Brighton zum Ziel einer Oldtimer-Rallye, die in London beginnt und für nicht wenige als das langsamste Autorennen der Welt gilt. Im Sommer wie im Winter finden im Brighton Centre, Südenglands größtem Veranstaltungszentrum, exzellente Konzerte für Liebhaber von Klassik, Pop und Rock statt.

Wie lange sollte man in Brighton bleiben?

Eigentlich müsste die Frage lauten: Wie lange können Sie bleiben? Brighton lädt mit seinem gepflegten Strand und den vielfältigen Freizeitgestaltungsmöglichkeiten am und auf dem Wasser zu einem ausgedehnten Badeurlaub im Süden Englands ein. Wer länger bleibt, hat nicht nur Zeit für einen Besuch im Booth Museum of Natural History mit seinen bemerkenswerten zoologischen und geologischen Sammlungen. Auch Ausflüge in die Umgebung sind dann ganz ohne Hektik möglich. Wie wäre es mit einer Mountainbike-Tour durch die hügelige Kreidelandschaft des South Downs Nationalparks mit den dramatisch anmutenden Klippen der Seven Sisters? Wenn Sie nur zwei oder drei Tage in Brighton verbringen und trotzdem so viel Lokalkolorit wie möglich aufsaugen möchten, buchen Sie doch eine Tour mit einem der Brighton Greeters. Das sind Einheimische, die Sie kostenlos zu den großen Sehenswürdigkeiten und auch zu den weniger bekannten Plätzen des dynamischen Seebads führen. Dass die Stadt fantastisch zum Shoppen und Ausgehen ist, werden Sie wärhend Ihrer Reise garantiert öfter hören. Haben Sie Lust bekommen, Ihren nächsten Urlaub in Brighton zu verbringen? Bei ADAC Reisen können Sie sich auf einen erstklassigen Service freuen. Beratung und Buchung erfolgen dabei bequem online, telefonisch oder im ADAC Reisebüro bei Ihnen vor Ort.

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