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  3. Leseprobe-Wien

1. Die Stadt

Kaisers alte Pracht

„In Wien hat sich seit hundert Jahren nichts verändert, nur der Franz Josef kommt nicht mehr“, beschrieb der Autor Fritz Molden seine Stadt. Stimmt! Beim Flanieren durch die engen Gassen und über die prächtigen Plätze fühlt man sich in die Kaiserzeit zurückversetzt. Entlang der Ringstraße wurden im 19. Jahrhundert die monumentalsten Gebäude errichtet, von der Staatsoper bis zum Kunsthistorischen Museum. Dazu stehen hier die Palais damaliger Großbürger. Tipp: Entdecken Sie die Sehenswürdigkeiten mit der nostalgischen Vienna Ring Tram. Geschichten und Details über die Bauten erfahren Sie während der 25-minütigen Fahrt per Kopfhörer. Von der Ring-Tram-Station Schwedenplatz erreichen Sie zu Fuß bequem den Stephansdom, das Zentrum der Altstadt. Dieses sogenannte Bermudadreieck ist verkehrsberuhigt. Sein Name ist übrigens Programm: In den Museen, Cafés und Lädchen dort kann man sich verlieren. Zumal auch hier die typisch wienerische Gemütlichkeit zu spüren ist. Dass Wien immer wieder zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt wird, liegt auch daran, dass Hektik hier verpönt ist. Infos: wien.info

2. Spanische Hofreitschule

Tanzende Schimmel

Wer eine Wien-Reise plant, sollte unbedingt ein Ticket für eine Galavorführung der Spanischen Hofreitschule buchen. Die gehören zum Schönsten, was die Stadt zu bieten hat. Grazil und gleichzeitig temperamentvoll tänzeln die athletischen Lipizzaner-Hengste in absoluter Perfektion über den gewachsten Sand. Die Reiter tragen Uniformen, die seit mehr als 200 Jahren kaum verändert worden sind. Noch älter ist die Tradition, in der Hofburg Pferde und Reiter im Kunstritt auszubilden. Bereits im 16. Jahrhundert ließ Kaiser Ferdinand I. hier junge Adelige unterrichten. Heute besitzt die Hofreitschule etwa 70 Schimmel sowie ein oder zwei dunkle Lipizzaner. Diese seltenen braunen Tiere gelten als Glücksbringer. Die Institution ist so einzigartig, dass die UNESCO sie zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit zählt. 

3. Auf den Spuren von Sisi

Das wahre Leben

Ja, die berühmte Kaiserin „Sisi“ schreibt sich nur mit einem „s“. Der doppelte Buchstabe kam fälschlicherweise durch die weltbekannte Film-Trilogie in ihren Namen. Weitere Leinwand-Ungenauigkeiten entdecken Sie, wenn Sie die Spuren der echten Elisabeth verfolgen. In den Kaiserappartements Hofburg, heute Museum, gibt es die kuriosesten Exponate aus ihrem Leben zu bestaunen – vom ersten Milchzahn bis zur Feile, mit der sie 1898 umgebracht wurde. Nebenan steht die Augustinerkirche, in der sie „ihren“ Franz Josef geheiratet hat. Für „Sissi“-Film-Fans eine Enttäuschung: Es war keine Liebesheirat. Und nicht verpassen: Sisis kaiserlichen Rosengarten mit 400 Sorten. Ebenfalls ein Muss: Schloss Schönbrunn. In der barocken Sommerresidenz der Habsburger gibt es die originalen Privatgemächer des Kaiserpaares zu bestaunen, zudem die Kaiserliche Wagenburg und eine Sammlung höfischer Prunk- und Gebrauchsfahrzeuge. 

4. Ausflüge

Wachau und die Donau

Bei sonnigem Wetter gibt es nichts Schöneres als eine Schiffstour auf der Donau, etwa durch die Wachau, ein bezauberndes, 36 Kilometer langes Flusstal westlich von Wien. Die wunderschöne Kulturlandschaft gehört mit den Stiften Melk (Foto) und Göttweig sowie der Altstadt von Krems zum UNESCO-Welterbe. In östlicher Richtung verkehrt der Twin City Liner – ein eigens für die Donau gebauter Katamaran – in der wärmeren Jahreszeit viermal täglich vom Schwedenplatz zwischen Wien und Bratislava, der schönen Hauptstadt der Slowakei. Zum Wien-Besuch gehört aber auch eine Tour mit dem Vienna Heurigen Express (ab U-Bahn-Station Heiligenstadt), mit dem man durch den Wienerwald zu urigen Weinlokalen in der Umgebung reist.

5. Kulinarik

Sachertorte und Käserkrainer satt

Fragen Sie in Wien nicht nach der besten Sachertorte. Sie würden verwirrend viele Antworten bekommen. Das prominente Backwerk wird nämlich überall unterschiedlich gemacht: Im Café Demel zum Beispiel mit nur einer Schicht Marillenkonfitüre unterm Schokoladendeckel. Das Hotel Sacher zieht noch eine weitere süße Lage ein. Probieren Sie sich einfach durch. Was übrigens generell für die über 800 Kaffeehäuser der Stadt gilt. Fast jedes hat seine Spezialität – vom Veilcheneis im Demel bis zum Apfelstrudel im Café Central im Palais Ferstel (Foto). Ähnlich ist es mit den rund 270 Würstelständen. Tipp: die Käsekrainer am Bitzinger Würstelstand an der Albertina.