Italienische Adriaküste
Urlaubsziele erleiden mitunter dasselbe Schicksal wie Miniröcke oder Schlaghosen: Eine Zeitlang gelten sie als absolute Renner, dann kommen sie – warum auch immer – aus der Mode, um dann einige Jahre oder Jahrzehnte später ihre Auferstehung zu feiern.
Altstadt von Caorle
Ein bisschen erging es so auch der italienischen Adriaküste, zumindest was ihre auswärtigen Besucher betraf, insbesondere die deutschsprachigen. Selbst wenn die Aspekte langer Sandstrand, ausgelassenes Nightlife und hohe touristische Infrastruktur all die Jahre Bedeutung hatten und auch weiterhin haben: Der oft als Teutonengrill geschmähte Küstenabschnitt zwischen Triest und Ancona hat eine äußerst angenehme Wandlung erfahren. Insbesondere Rimini hat sich vom Image des Partyfahrten-Ziels verabschiedet und setzt mit seinen Restaurants und Bars zunehmend auf Klasse statt auf Masse.
Comeback des Teutonengrills
Überhaupt ist von Jesolo über Bibione und Cesenatico bis Riccione eine Bewusstseinserweiterung spürbar, die eben auch andere Werte als die Alkoholwerte von Cocktails und die Lichtschutzfaktorwerte von Sonnencremes umfasst. Insbesondere die historischen Städte, Abteien und Seebäder machen verstärkt auf sich aufmerksam und zugleich deutlich, dass es ein Leben jenseits des kilometerlangen Sandstrandes gibt. Chioggia, Ravenna, Urbino oder Treviso, die Stadt der Modemarken, können in puncto Besucherzahlen Venedig zwar lange nicht das Wasser reichen, aber touristischen Aufschwung erleben diese Orte allemal.
Inseln in der Adria
Mehr als Strand
Wer indessen lieber in der Natur verweilt, der findet in der Region nicht nur eine Reihe aufregender Campingplätze inklusive der Option, statt im Zelt oder Wohnwagen in komfortablen Mobilheimen unterzukommen, sondern auch aufregende Ausflugsziele, allen voran das wunderschöne Po-Delta. Die Mündungslandschaft des größten italienischen Flusses zieht sich 60 Kilometer lang von Chióggia bis in die Nähe von Comacchio und eignet sich ideal zum Reiten, Rad fahren und vor allem für Bootsausflüge. Zwischen Lido delle Nazioni und Volano etwa stehen Camarguepferde für Ausritte bereit und Porto Tolle eignet sich als perfekter Ausgangsort für Kanutouren. Übrigens: Wer beide Naturvorteile kombinieren will, mietet sich in dem naturbelassenen, teils ebenen, teils hügeligen Dünengelände des Camping Spina ein. Oder am Campingplatz Vigna sul Mar, der ebenfalls in unmittelbarer Nähe zum Naturpark Delta del Po und direkt am Meer liegt.
Christian Haas
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