Südafrika - Wale, Wein und Wildnis
Südafrika ist dank der Fußballweltmeisterschaft auch jetzt noch in aller Munde, Ohren und Augen. Kein Wunder, hat sich das Gastgeberland doch mit friedlichen Spielen und fröhlichen Menschen bestens präsentiert. Aber auch jenseits des Fußballs gibt es viele gute Gründe für einen Trip ans Kap der guten Hoffnung.
Blick auf Kapstadt
Einer davon heißt Kapstadt. Schließlich erzeugt die Mischung aus holländischer, britischer und kapmalaiischer Kultur ein Ambiente, das auf dem afrikanischen Kontinent einmalig ist. Auch nicht ganz unwichtig: Die von den Einheimischen liebevoll „Mother City“ genannte Metropole eignet sich als bester Einstieg für Afrikaneulinge, gilt sie doch unter Afrikas Städten als die modernste, offenste, kosmopolitischste und friedlichste. Und die mit der aufregendsten Kulisse: Umspült von den Wogen des Atlantischen und des nahen Indischen Ozeans und überragt vom majestätischen Tafelberg liegt die Stadt herrschaftlich an der Südspitze Afrikas.
Auf und am Fuße des Tafelberges
Überhaupt, der Tafelberg: 1.087 Meter ragt das Felsplateau in die Höhe. Der atemberaubende Blick von oben erstreckt sich nicht nur über das ohnehin schöne Zentrum von Kapstadt, sondern auch über Berge, Meer und die scheinbar unberührte Wildnis. Wer sich jetzt ob seiner Kondition Sorgen macht: kein Problem, eine Seilbahn übernimmt den Transport. So bleibt Kraft für ein weiteres Highlight ganz in der Nähe: die beliebten Kirstenbosch Botanical Gardens, die wie der Tafelberg zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten des Landes gehören. Ebenfalls populär – und mitten in der Stadt gelegen: die Victoria & Alfred Waterfront mit ihren Jazzkneipen, Restaurants, Geschäften und Hotels, dem spektakulären Two Oceans Museum sowie etlichen Kinos und Theatern. Das beste Stück jedoch hat das Hafenviertel selbst geschrieben, als es sich von der Schmuddelecke zum Top-Vergnügungsviertel Südafrikas gemausert hat. Wer sich eher für Naturgeschichte und/oder Archäologie interessiert, sollte sich das South African Museum nicht entgehen lassen. Hier im ältesten Museum Südafrikas bekommen interessierte Besucher umfassende Einblicke. Die Exponate fallen zum Teil recht üppig aus, so hängen etwa riesige Walskelette von der Decke.
Lebendige Wale hingegen tummeln sich zuhauf an den Küsten Südafrikas. Mit etwas Glück bekommt man sogar welche auf der Bootsfahrt hinüber zur rund zwölf Kilometer entfernten, ehemaligen Gefängnisinsel Robben Island zu Gesicht. Doch auch ohne Wal gehört das Haftareal, dessen berühmtester Häftling Nelson Mandela war, zur ersten Wahl in puncto Sehenswürdigkeiten. Schließlich handelt es sich um ein ebenso beeindruckendes wie bedrückendes Zeugnis der Vergangenheit, da die Besucher von ehemaligen Häftlingen zu dem kleinen Museum und über die Insel geführt werden. Lebendiger kann Geschichte nicht sein. Das Leben ist indessenauf die Insel auch in Gestalt eines üppigen Naturparadieses zurückgekehrt.
Kalahari Gemsbok National Park
Natur erleben
Naturparadiese gibt es an vielen Ecken Südafrikas zu: Da ist zum einen die sanft-hügelige Weinregion Constantia, die zwar nur rund 20 Minuten von Kapstadt entfernt ist und doch eine andere Welt darstellt: eben die des Weines, eines sehr guten obendrein. Weinverkostungen gehören hier wie auch rund um Stellenbosch natürlich zum Pflichtprogramm. Eine berauschende Wirkung erzielt auch das Landschaftsschutzgebiet Cape Point am Kap der Guten Hoffnung, wo steile Küsten das Bild bestimmen.
Wer sich am Meer nicht satt sehen kann, schlägt am besten gleich die berühmte Garden Route gen Osten und Port Elizabeth ein. Allein auf der rund 300 Kilometer langen Hauptstrecke von Mossel Bay bis zur imposanten Paul-Sauer-Brücke über den Storms River lassen sich immer wieder Pinguine, Wale, Delfine beobachten. Aber nicht nur auf dem Meer, sondern auch links und rechts der Straße gibt etwas zu sehen: Was hier blüht und gedeiht, gehört für Botaniker zum Besten vom Besten. Zwischen den Wäldern und Wiesen locken dann noch goldene Strände. Übrigens: Der Name Garden Route geht auf die Zeit der Besiedlung dieser Region zurück. Den ersten Forschern, Entdeckern und Siedlern kam diese grüne, fruchtbare Gegend vor wie der himmlische Garten Eden.
Höhepunkt: Die Nationalparks
Dieser Eindruck wird höchstens von den großen Nationalparks und Naturreservaten mit ihrer großartigen Tierwelt übertroffen. Ob Krüger, Umfolozi oder Royal Natal National Park – von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang versetzt die wilde Natur die Besucher in Verzückung. Vor allem, da die zahlreich angebotenen, geführten Touren einen gefahrlosen Kontakt mit den Bewohnern der Parks ermöglichen und entsprechende Unterkünfte selbst anspruchsvolle Gäste zufrieden stellen. In puncto Naturdramatik erfüllen die Drakensberge vermutlich den höchsten Anspruch. Angeblich stand die Landschaft sogar Pate für den Schauplatz im Roman „Herr der Ringe“ des in Südafrika geborenen Autors J.R.R. Tolkien. Und tatsächlich: Die mit fantastischen Pässen erschlossenen höchsten Berge des Landes geben im Zusammenspiel mit Wäldern und Wasserfällen ein wahrhaft heldenhaftes Panorama ab. Dabei sind die fantastischen Ausblicke auf und von den Gipfeln durchaus real. Etwa die hinunter zum Blyde River Canyon, dessen Schlucht sich über eine Länge von 26 Kilometern erstreckt und vor allem durch eine ungemeine Dramatik begeistert. Er ist ein bis zu 800 Meter tiefer und hauptsächlich aus rotem Sandstein bestehender Canyon und gilt als eines der großen Naturwunder Afrikas. Zum Schluss noch ein Tipp für Abenteurer: Beim River-Rafting bietet sich die Gelegenheit, die unverfälschte Schönheit des Blyde River Canyon von „innen“ zu sehen.
Christian Haas
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