Frühling auf Mallorca
Das Paradies der Farben
Mandelblüte auf Mallorca
Im November 1838 betraten die ersten Touristen mallorquinischen Boden: Das berühmte Liebespaar George Sand und Frédéric Chopin zog sich aus gesundheitlichen Gründen in die Kartause von Valdemossa zurück und blieb den Winter über auf der Insel. Der Aufenthalt der beiden Künstler in der frei gewählten Einsiedelei war jedoch nicht nur gelungen zu nennen, denn obwohl George Sand die Schönheit der Insel lobte, so bemängelte sie doch die vielen Niederschläge und die feuchte Kälte. Hätte sie Mallorca doch nur im Frühling besucht!
„Mallorca ist das Eldorado der Malerei. (…) Es ist das grüne Helvetien unter dem Himmel von Kalabrien, mit der Feierlichkeit und der Stille des Orients.“ So beschrieb die Schriftstellerin George Sand die Baleareninsel in ihrem Buch „Ein Winter auf Mallorca“, und auch wenn sie nicht viel Gutes über die Inselbewohner sowie deren Sitten und Gebräuche zu berichten wusste – die Schönheit der Insel hatte es ihr angetan.
Mandelblüte auf Mallorca
Rückblickend, mit einem zeitlichen Abstand von 174 Jahren, lässt sich sagen, dass sich an der Pracht der größten Baleareninsel nichts geändert hat. Ganz besonders ist ein Aufenthalt auf Mallorca im Frühling zu empfehlen, wenn die Mandelbäume blühen und sich die Wiesen in ein Blumenmeer verwandeln. Die milden Temperaturen und das (so gut wie) durchgängig schöne Wetter locken Einheimische wie Reisende ans Meer, in die Berge, auf die Strandpromenaden, in die Cafés... Hauptsache nach draußen!
Sóller vor schöner Bergkulisse
Wandern im Garten Eden
Manch einer mag sich bei den Wanderungen durch die blühende Landschaft tatsächlich wie im Paradies vorkommen. Das schönste Wandergebiet ist der Gebirgszug Serra de Tramuntana, der sich über die gesamte Nordküste erstreckt. Auch ungeübte Wanderer können hier alpine Eindrücke sammeln, denn der höchste Punkt des Gebirges ist der Puig Major mit einer Höhe von 1.445 Metern – also auch für Anfänger zu besteigen.
Schneller und sportlicher kommt man mit dem Fahrrad voran. Mountainbiker sollten jedoch in Besitz einer guten Karte sein, denn ein Großteil der Insel befindet sich in privatem Besitz und ist nicht frei zugänglich. Auf der Südseite Mallorcas, von der Playa de Palma über Calvià bis nach Andratx, gibt es allerdings sehr gute Fahrradwege die ganze Küste entlang.
Eine weitere Möglichkeit, die traumhafte Frühlingslandschaft mobil zu genießen, bietet der nostalgische „Rote Blitz“, die alte Eisenbahn, die mehrmals täglich mit einer bahnbrechenden Geschwindigkeit von 30 km/h die Strecke von Palma nach Sollér bewältigt.
Auf den Spuren George Sands im Kloster Valdemossa
Catedral La Seu, Palma de Mallorca
Das 1399 von den Kartausermönchen gegründete Kloster ist einer der Touristenmagnete und sollte auf dem Besichtigungsplan aller Kulturinteressierten stehen. Entsprechend überlaufen ist die Kartause in der Hochsaison – im Frühling lässt es sich jedoch noch entspannt durch das Gebäude, die Klostergärten und den angrenzenden Ort Valdemossa schlendern. Es empfiehlt sich ein Abstecher an den nahe gelegenen Port de Valdemossa mit seiner rauschenden Brandung.
Besonders angenehm bummeln lässt es sich zu dieser Jahreszeit auch durch die mallorquinische Hauptstadt Palma, wenn die engen Gassen noch nicht von Touristen durchströmt sind und man vor der berühmten Kathedrale La Seu, dem Wahrzeichen Palmas, nicht in einer Schlange stehen muss, um hinein zu gelangen.
Mallorca an Ostern
Diejenigen, die über die Osterfeiertage auf der Insel weilen, können sich übrigens über zahlreiche Osterprozessionen und -umzüge von Gründonnerstag bis Ostermontag freuen. Für die Mallorquiner, so gut wie ausschließlich dem katholischen Glauben angehörig, ist Ostern das wichtigste Ereignis des Jahres, und dementsprechend werden diese Feiertage auch begangen.
Die letzten Worte gehören noch einmal der Schriftstellerin George Sand, denn poetischer als sie kann man Mallorca einfach nicht beschreiben: „Eine Felsspitze malt ihre scharf begrenzten Umrisse auf einen funkelnden Himmel, eine Palme neigt sich über die Abhänge, ohne dass die launische Brise ihre majestätische Haarpracht durcheinanderbringt und bis hin zum verkrüppelten Kaktus am Wegesrand scheint sich alles in einer Art Gefallsucht als Augenschmaus darzubieten.“
Birgit Stelzer
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