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Crazy Horse und sein Denkmal
Früher von Indianern besiedelt
Die Erde schwingt unter der Explosion. Felsstücke fallen auf dem Boden und schon wieder ist die Künstlerfamilie Ziolkowski Ihrem Traum von der größten Skulptur der Welt einen Schritt näher. 1948 begannen die Bauarbeiten an dem Denkmal für den Indianerhäuptling "Crazy Horse" und 27 Jahre nach dem Tod des Begründers dieses Kunstwerks Korczak Ziolkowski bauen seine Frau und seine elf Kinder weiter.
Bisher ist "nur" das Gesicht des Häuptlings zu erkennen. Sein Haarschopf und das Pferd fehlen noch und werden Stück für Stück in den Felsen gesprengt. Wenn die Skulptur einmal fertig sein wird, und dies wird frühestens in 100 Jahren sein, dann ist das "Ding" größer als der Kölner Dom. In der Nähe der Skulptur gibt es schon heute Superlative.
Jedes Jahr besuchen die Skulptur an die eine Million Besucher, die von einer Terrasse dem Treiben an dem Bauwerk zusehen. Eben diese Touristen können auch anhand kleiner Plastiken sehen, wie der Berg "Thunderhead Mountain" in 100 Jahren einmal aussehen könnte. Diese futuristischen Nachbildungen des noch nicht fertig gestellten Originals kann man im Souvenir-Shop erwerben und man finanziert für 20,- Dollar so die Bauarbeiten mit.
Der Häuptling und die Geschichte
Crazy Horse war der Häuptling der Oglala-Lakota Indianer und ein Sinnbild des Freiheitsdrangs der amerikanischen Ureinwohner. Er steht als "Gegenpart" des National Monuments am Mount Rushmore für die andere, die indianische Seite der US-Geschichte.
Ende der 30er Jahre ist der Künstler Korczak Ziolkowski dem Ruf des Häuptlings der Lakota, "Stehenden Bär", gefolgt und schuf in dessen Auftrag den Held des "Roten Mannes" bzw. fing nach dem zweiten Weltkrieg mit diesem Projekt an. Neben der Plastik wollte Ziolkowski eine Schule, eine Uni und eine Klinik für Indianer bauen. Bisher entstanden hier lediglich ein Kino, ein Museum und ein Besucherhaus hier am Platz.
Und warum gerade "Crazy Horse"?
Ende der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts hatte der Häuptling der Lakota zusammen mit dem Häuptling Sitting Bull an der legendären Schlacht am Little Bighorn ein ganzes US-Regiment unter dem Oberkommando von George Custer ausgelöscht. Crazy Horse steht seit jener Zeit als Sinnbild für den Freiheitswillen der US-Indianer. Dem Künstler selbst war es zu Lebzeiten egal, wann die Plastik vollendet sein wird.
Er meinte vielmehr, dass es nicht wichtig ist, wann die Skulptur fertig ist, sondern dass die Ausführung und die Arbeiten richtig gemacht werden.
Die Öffentlichkeit streitet sich darum, ob einem Häuptling, der für den Tod von fast 300 US-Soldaten verantwortlich ist, überhaupt ein Denkmal gebaut werden sollte. Daneben mögen auch nicht alle Indianer das Kunstwerk, da viel der Meinung sind, dass die Bauarbeiten dort den heiligen Black Hill durch den Touristenrummel und den unvermeintlichen Sprengarbeiten "entweihen" würden.
Crazy Horse ist auch nach Jahrzehnten seines Todes eine umstrittene Person der amerikanischen Zeitgeschichte und dies ist auch gut so. Für die einen ist die Skulptur ein Ärgernis und für die anderen entsteht dort, wo die Familie Ziolkowski schuftet, ein Stück Wiedergutmachung an der indianische Urbevölkerung. Für mich selbst war die Reise nur eindrucksvoll. Ein Stück amerikanische Geschichte zum Staunen und Begreifen.
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