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Wo die Sehnsucht glüht
Es ist mal flach bis zum Horizont, mal wird es von zerklüfteten Bergen durchzogen, es leuchtet rot, ist trocken und einsam. Und immer mehr Besucher aus aller Welt fühlen sich von ihm magisch angezogen: Queenslands Outback.
Einen Camper oder Mietwagen gebucht und los geht es durch die Weiten von Queensland, vorbei an Zeugnissen der jahrtausendealten Kultur der Aborigines. Auf den eigenen vier Rädern erreichen Urlauber die schönsten Strände der Region, reisen durch den tiefen Regenwald bis ins raue Hinterland. „Reef to Outback“ heißt die Selbstfahrerroute, die über ein gut ausgebautes Straßennetz vom Weltnaturerbe der UNESCO Great Barrier Reef bis tief hinein ins rote Outback führt. Von einer beeindruckenden Unterwasserwelt mit Walen und Schildkröten, durch unberührte Nationalparks und tiefe Schluchten zu niedlichen Koalas und Kängurus, durch gemütliche Küstenstädtchen bis zu rauem Farmer leben. Rechts und links des „Reef to Outback“ kann man auf den größten Saphir-Feldern der Südhalbkugel nach Schätzen suchen, Dinosaurierspuren verfolgen und einige der besten Aboriginal-Felsmalereien Australiens besichtigen.
So weit, so gut
Start ist in Rockhampton, in Gladstone oder im Norden von Fraser Island. Vielleicht nach einem kurzen Traum: einem Inselaufenthalt, z.B. auf Heron Island oder Lady Elliot Island. Hier tauchen Korallenliebhaber ab – verfügen die Inseln doch über eine sehr intakte Korallenwelt. Auch Lady Musgrave Island ist einen Abstecher wert: Hier geht es über und unter Wasser äußerst bunt zu, dank einer reichen Fisch- und Vogelwelt. Zu erreichen mit dem Flugzeug von Gladstone oder Bundaberg aus.
Die gemütlichen Städtchen am Meer: Gladstone, Bundaberg, Agnes Water beispielsweise, sind ein Geheimtipp. Agnes Water ist die Ruhe selbst. Während die Surfer am langen Sandstrand ins Wasser gehen, ziehen sich die Badegäste in die windgeschützten Buchten zurück. Weiter im Süden findet man in Bundaberg eine der größten Merresschildkröten- Brutstätten des Südpazifiks. Zwischen November und März krabbeln sie an Land, graben Löcher in den Sand und legen ihre Eier darin ab. Auf einer geführten Tour in den Mon Repos Conversation Park kann man das hervorragend mit der Kamera festhalten.
Auf dem Weg weiter in das rote Herz des australischen Sunshine States liegt der Carnarvon Gorge Nationalpark, eine Oase mitten im Outback. Üppiges Grün bestimmt diese Landschaft. Es ist die Heimat der Carnarvon Farn Palm, einer endemischen Art. Der Caravanpark Takarakka Bush Resort zum Beispiel ist ideal für Tierbeobachtungen: Kängurus beim Fressen, Pretty Face Wallabies, Oppossums, seltene Schnabeltiere oder auch die laut „lachenden“ Kookaburras bekommt man vor die Linse. Die Aborigines haben hier über Jahrtausende hinweg Felszeichnungen hinterlassen, die immer noch gut erhalten sind und jeden der zahlreichen Wanderwege zu Kunstpfaden machen!
„A lot of nothing“
So nennen die Aussies die für uns ebenso faszinierende wie beklemmende Weite des Outback. Immer tiefer geht es nun hinein, bis nach Longreach, dem Gründungsort und ehemaligen Hauptsitz der Fluggesellschaft Qantas. Auf dem Flughafengelände lohnt der Besuch des Qantas Founders Outback Museum mit Informationen über die Anfänge der Luftfahrt in Australien, mit zahlreichen Ausstellungsstücken und einer Boeing 747-200, einer Schenkung von Qantas im Jahr 2002 sowie einer restaurierten Boeing 707. Wer nicht auf eigene Faust unterwegs ist: Longreach erreicht man auch mit dem „Spirit of the Outback“. Der Zug verkehrt zweimal pro Woche zwischen Brisbane und Longreach.
Jurassic Park lässt grüßen
Auf einer fast geraden Straße gelangt der Reisende ins Städtchen Winton, die Dinohochburg, und nach weiteren 110 Kilometern stolpert er über Dinosaurierspuren, die selbst Steven Spielberg schwer beeindruckten: Über 3.300 Fußspuren sollen es sein, die die Riesen seinerzeit im Schlamm bei Lark Quarry hinterließen. Echte Dinofans besuchen das Australian Age of Dinosaur Museum in Winton, wo u.a. der 16 Meter lange und über 22 Tonnen schwere Dino Elliot, das größte und am besten erhaltene Dinosaurier- Skelett des Kontinents, ein neues Zuhause gefunden hat. Jedes Jahr im Juni, Juli und September können Besucher des Museums zwei Wochen lang nahe Winton auf dem Privatgelände einer Schaffarm selbst nach prähistorischen Resten buddeln. Denn durch die Bodenbeschaffenheit des Outback von Queensland wurden die Geheimnisse der Kreidezeit bis heute erhalten. Damals lagen die Landmassen unter einem gewaltigen Inlandsee. Nach dem Austrocknen des Sees bot die vulkanische Basaltplatte mit der schwarzen Erde ideale Voraussetzungen für die Bewahrung früheren Lebens. Hier fand man natürlich jede Menge Knochenreste von Meeresreptilien und Fossilien ehemaliger auf der Erde herumwandernder prähistorischer Riesen. Und noch etwas lässt Besucher in Winton aufhorchen: In dem properen Outbackstädtchen entstand die heimliche Nationalymne Australiens „Waltzing Matilda“. Hübsch anzuhören im Waltzing Matilda Centre – eine schöne Hommage an die australische Denk- und Lebensweise! Wer die Aussies live erleben will, der muss unbedingt auf einer der zahlreichen Farmen im Hinterland übernachten! Hier fi nden die Gäste nicht nur ein gemütliches Bett und einen reich gedeckten Tisch im Kreise der Farmerfamilie. Vielmehr kann man auf einigen Farmstays in den Alltag eintauchen, beim Melken helfen, das Lasso werfen und die Ländereien hoch zu Ross entdecken.
„Learn how to sieve“
Wem fehlt noch ein Souvenir? Der sollte auf dem Rückweg nach Rockhampton an den „Gemfields“ bei Emerald stoppen. Sie gelten als die größten Saphirfelder der südlichen Hemisphäre. Seit 1980 suchen hier, neben dem industriellen Abbau, auch Touristen nach Edelsteinen. Wer in den „Fossicking Areas“ nicht fündig wird, kann in einem der vielen Gemshops oder beim Juwelier sein Prachtstück erstehen: „Shop till you drop!“
Back to Reef: Rockhampton
Viele Touristen kommen nach Rockhampton, lassen sich nach Great Keppel Island einschiffen oder erkunden das sehenswerte Umland. Etwa die 23 km nördlich von Rockhampton in der Berseker Range liegenden Capricorn Caves. Die spektakulären Kalksteinhöhlen, umgeben von Wäldern und Natur, sind ganz besonders anziehend in der Zeit zur Sommersonnenwende, vom 1. Dezember bis 14. Januar. Dann fallen die Sonnenstrahlen senkrecht durch die Decke der Belfry Cave und zaubern ein magisches Licht. Ein traumhafter Ort. In der Kalksteinkathedrale nebenan werden sogar Hochzeiten zelebriert.
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