Kulturhauptstädte 2009 - Europa feiert ...
Die schönen Fassaden von Vilnius
Von Linz nach Vilnius
In diesem Jahr steppt der Bär in einer der größten Städte der Alpenrepublik - Österreich - Linz. Die Stadt hat viel zu bieten: Kultur, Kulinarisches und ein sehenswertes Nachtleben erwarten den Besucher. Ein Topthema des europäischen Kulturjahrs soll besonders das Essen in Linz sein. Klar - unweigerlich denkt man dabei an die Linzer Torte.
Lecker-Schmecker in Linz
Wenn dem Linzer mal eine Laus über die Leber gelaufen ist, dann macht er sich auf in das Zentrum der Kulturhauptstadt 2009. Der Weg führt ihn dann zum "Hans" - zum "Warmen Hans". Dieser typisch Linzer Imbiss hat die ganze Nacht über geöffnet bzw. fast die ganze Nacht und bietet das leckerste "Pustalaibchen". Das Pustalaibchen ist eine ungarische Spezialität mit viel Hackfleisch. Ein Muss bei einem Linz-Besuch!
Knappe Kassen in Litauen
Die Hauptstadt Litauens "Vilnius" ist "wieder zurück in Europa" und dieses Motto lebt die moderne Stadt im Osten Europas voller Lust. Lange musste Vilnius warten bis es der russischen Bevormundung "entfliehen" konnte. Vilnius ist nicht nur Kulturhauptstadt, sondern dank der einzigartigen Bausubstanz auch "Barockstadt" und steht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Den Besucher erwartet also viel Kultur und viel Geschichte. Als Sinnbild des Neuanfangs ist der Gedimino Prospekt. Die Prachtstraße der Hauptstadt hat sich herausgeputzt. Diese Straße ist die gute Stube der Stadt und wartet auf die Besucher aus ganz Europa.
Leider bekommt man mit der Würde "Kulturhauptstadt" kein Geld von der EU - vielmehr kostet es erstmal so richtig Kohle ein würdiges Kulturprogramm zu organisieren und dies ist auch das Problem von Litauen. Litauen ist nämlich aufgrund der aktuellen Krise etwas knapp bei Kasse und das tangiert auch die Kulturpläne für Vilnius 2009. Anfang dieses Jahres wurde bekannt, dass die Regierung Litauens das eh schon laue Budget der Kulturhauptstadt auf 60 Prozent kürzt. Man darf also gespannt sein, was die Kreativen in Vilnius aus dieser Lage machen. Remigijus Vilkaitis (Kultusminister) steht "mit dem Rücken zur Wand" und hofft, "dass die Veranstaltung doch gelingen möge".
Linz - die Schöne an der Donau - ganz verändert?
Linz ist nicht die schönste Stadt in Österreich. Im Vergleich zu Salzburg oder Wien schneidet Linz eher mager ab. Es gibt keine Panoramen, keine wirklichen Kulturdenkmäler und keine verblichene Kaiserromantik. Nichtmal Mozart mochte die Stadt wirklich und zum Überfluss liebte Hitler die Stadt umso mehr und wollte sie nach seiner Machtergreifung und den Anschluss Österreichs umbauen - nach dem Vorbild "Germanias". Der Krieg kam aber dazwischen und später kam der Endsieg nicht.
So entging Linz seiner Führerbestimmung. Im Jahr 2009 steht Linz aber in den Startlöchern - das Ziel: "Die beste Kulturhauptstadt zu werden" und "es allen zu zeigen", denn getreu nach dem Motto "Linz verändert" möchte die Industriestadt an der Donau nicht nur sich verändern, sondern auch bei den Besuchern etwas bewegen.
Elektronische Kunst in der Provinz
Seit dem 02. Januar hat die oberösterreichische Stadt, die sich so schön auf Provinz reimt, ein Zentrum für Computerkunst. Würdige Behausung für die "Ars Electronica". Das Gebäude soll im Dienst der Forschung und der Bildung stehen und dem Linz der Vergangenheit den Hauch der Zukunft verleihen.
Immerhin 30 Millionen Euro wurden investiert, um dem Besucher "Neue Bilder vom Menschen" zu zeigen. Im Mittelpunkt des gesamten Linzer Kulturjahrs soll der Grenzbereich zwischen Computertechnologie, Gesellschaft und Kunst stehen.
Und Vilnius?
Nach all den Kürzungen und günstigen Lösungen steht Vilnius ganz schön in der Kritik. Der jüdische Kulturguru und Rabbi Andrew Baker (eine Größe in der Kulturszene der USA) meint sogar, dass Vilnius den Titel "Kulturhauptstadt Europas" nicht verdiene. Reizvoll ist die Stadt aber allemal und sicher immer einen Besuch wert, ob sie nun Hauptstadt der Kultur Europas ist oder nicht. Also auf nach Vilnius und Linz - Europa fühlen in seiner Einzigartigkeit und Pluralität.
Quelle: NWP