Auf dem Jakobsweg
Weg zu sich selbst ...
Eine Reise zu sich selbst
Wir sind wie der bekannte Schriftsteller Paulo Ceolho "Auf dem Jakobsweg" und wandern den 700 km langen Pilgerweg von den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela. Viele Menschen sehen den Jakobsweg als eine Reise zu sich selbst an und wollen während der Reise "sich selbst finden".
Eine kleine Geschichte des Camino
Man muss nicht die ganzen 700 km gehen, viele der Pilger steigen später, wenn nicht gar viel später ein und gehen den Weg 100 bis 200 km. Der Weg der Erkenntnis oder auf Spanisch "Camino de Santiago" ist der Gang zum Grad des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien.
Im Mittelalter war diese Route auch unter dem Namen Camino Francés bekannt und er reichte von den Pyrenäen pber Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León. Heute ist dieser Weg europäische Kulturroute und UNESCO Welterbe.
Der Weg der Moderne
Seit 1970 erlebte der Weg im Zeichen der Jakobsmuschel eine Wiedergeburt. Als 1982 Papst Johannes Paul II Spanien und auch Santiago de Compostela besuchte, erlebte der Jakobsweg einen wahren Boom. Waren es 1970 gerade mal 70 Pilger, die gezählt wurden, liefen im Jahr 2008 125.133 Tausend Menschen den Weg zum Apostel Jakobus.
El camino comienza en su casa
Aber wo beginnt nun eigentlich der Weg zu sich selbst. Fragt man dies in Spanien bekommt man eine klare aber dennoch unklare Antwort. "Der Weg beginnt in Ihrem Haus - El Camino comienza en su casa". Sicher ist dass der Weg in einem Selbst beginnt und wohl an dem Ort anfängt, an dem man losgeht.
Vorbereitung - Nehmen Sie ein Buch zur Hand
Eine gute Einstimmung auf dem Jokobsweg ist das Buch "Auf dem Jakobsweg" von Paulo Coelho, vielen bekannt als Autor des Alchimisten. Coelho ging den Weg 1986 selbst und schildert in seinem Buch die Erfahrungen, die er während seines Gangs durch die leeren und rauen Landschaften Nordspaniens machte. Daneben sollten Sie sich vorher schon fit halten und trainieren, da der Weg kein "Kinderspiel" ist und viel abverlangt.
Gang in die Einsamkeit
Den Jakobsweg sollte man auch nicht zu zweit gehen, man kann es, aber Sie werden sicher bald merken, dass jeder sein eigenes Tempo braucht und auch gehen will. Der Jakobsweg ist ein Weg der Einsamkeit, der Rückbesinnung und der Einkehr. Die meisten Menschen, die diesen Weg gehen, sind keine tiefgläubigen Christen, sondern meist Suchende. Finden Sie also auf diesem Weg Ihr eigenes Tempo und Ihren eigenen Rhythmus. Wenn Sie Ihr Tempo gefunden haben, werden Sie auch einen Menschen finden, der zu Ihnen passt und Sie werden den restlichen Weg mit diesem "Gefährten" gehen.
Die Landschaften wurden zu Ideen
Die Natur auf dem Jakobsweg ist wunderschön. Zunächst startet der Gang mit Gebirgen, die sehr steil aus der Landschaft ragen und mit Ihrem Grün die Hoffnung auf einen Neuanfang in mir aufstiegen liesen. Tagelang folgten Weinberge, die mich an meine Heimat den Rheingau erinnerten, dann schließlich Weizenfelder und danach kam Galicien mit seinen grünen Mittelgebirgen. Die Landschaften wechselten dabei nicht täglich, sondern blieben oft wochenlang, ja über Monate gleich und wechselten nur ab und an die Facette.
Mich erinnerte dies an mein bisheriges Leben und die Landschaften wurde für mich wie Lebensabschnitte gleich, eine Reise in meine Vergangenheit. Mein Kopf wurde frei und ich entwickelte neue Ideen und löste schon vergessen geglaubte Probleme und gewann dadurch Zuversicht.
Die letzte 100 Kilometer
Die Herbergen auf meinem Weg waren meist gepflegt, ruhig und gaben mir einen erholsamen Schlaf. Auf den letzten 100 Kilometern vor Santiago änderte sich dies schlagartig. Der Weg schien fast überfüllter zu sein, wie eine deutsche Autobahn zur Rush-Hour und die Herbergen waren teuer und überfüllt.
Hier begegnete mir der massentouristische Jakobsweg, der so gar nichts von dem hatte, was ich noch aus Galicien kannte. Das war Tourismus und keine Selbsterfahrung mehr. Also mein Tipp: Fangen Sie den Weg früher an und gehen Sie nicht erst die letzten 100 Kilometer.
Angekommen ...
Auf meinem Weg kurz vor Santiago, es waren nur noch drei Tage, wurde ich etwas traurig, freute mich aber auch gleichsam auf das Ankommen in der Stadt des Jakobus und auf die Eindrücke, die mich dort erwarten werden. Das Gefühl endlich die Kirche zu sehen war überwältigend und unbeschreiblich. Die ganze Last des Weges, die Schmerzen und die Widrigkeiten waren vergessen und man fühlte sich EINS mit der Welt.
Diese Gefühl hatte ich nie zuvor und nie wieder danach. Hatte ich mich selbst gefunden? Ich glaube ich hatte etwas gefunden und zwar mich und mein Leben ...