Sehen und gesehen werden
Miami South Beach ist zweifellos einer der schönsten Stadtteile der USA. Die zart pastellfarbenen Art-Deco-Gebäude am Palmenstrand sind ebenso sehenswert wie seine Bewohner: In SoBe tummeln sich viele Models und Prominente.
Sonne und Strand
Einem Hurrikan hat es Miami South Beach zu verdanken, dass es eine der größten Art-Deco-Städtchen der Welt ist. 1926 zerstörte ein Orkan den noch jungen Stadtteil Miami Beach, der an der Südspitze einer langgestreckten Insel vor Floridas Metropole Miami liegt. Zur Zeit des Wiederaufbaus in den 30er Jahren war der "Art Deco"-Stil in Mode. In den 80er Jahren war das Viertel runtergekommen und spielte eine unrühmliche Kulisse in der Serie "Miami Vice". Dann entdeckte es die Modeindustrie, und Models, Fotografen und Designer zogen nach Miami South Beach. Heute ist SoBe ein schicker Strandort mit Boutiquen, Luxushotels, Cafés zum Peoplewatching und Nightlife.
Frühmorgens hat man die Beach noch fast für sich alleine. Im ersten Morgenlicht räkeln sich Models vor den Wellen, im weißen Sand, vor den quietsch-bunten Türmen der Lifeguards und vor einen Stab an Fotografen und Assistenten. Wenig später kommen die durchtrainierten Jogger und Walker mit ihren Hunden. Zum morgendlichen Kaffee finden sich die ersten Urlauber auf den Frühstücksterrassen ein. Sie läuten das Sehen-und-gesehen-werden am Ocean Drive ein, der Straße am Strand. Hier fahren schicke Autos, polierte Oldtimer und Limousinen im Schritttempo. Mehr Skater und Radfahrer als sonst in Amerika sind unterwegs, auch um ihre makellosen Körper in Szene zu setzen. Erste Sonnenanbeter lassen sich am Strand nieder. Ein Sandburg-Künstler feilt an den letzten Türmchen seines Schlosses, ein paar Rentner spielen Schach, war das nicht...? Es gibt immer was zu sehen, und das vor wunderschöner Kulisse.
In viele der attraktiven Art-Deco-Gebäude sind Hotels eingezogen. An der Flaniermeile Ocean Drive und in den Parallelstraßen befinden sich Dutzende stylischer, kleiner Boutiquehotels, in denen oft DJs in den Lobbies und an Pools für Loungemusik sorgen. Sie sind super¬modern eingerichtet, mal minimalistisch und in Erdfarben, mal plüschig und poppig. Die Restaurants haben stets eine Außenterrasse, Lobbies sind meist auch Bars, an den Swimming Pools stehen Daybeds und Himmelbetten. Die besten Zimmer heißen stets "Corner Room": Sie haben zwei große Panoramafenster über Eck, aus denen man den Strand ebenso sehen kann wie die City. Die wohl schönsten Dachterrassen haben "The Hotel", dessen Dachpool bunt eingefasst ist, und das "Townhouse": Die Rooftop Lounge, eine Holzterrasse mit roten Wasserbetten unter roten Sonnenschirmen, hat schon viele Fotoshootings, berühmte DJs und Drehs von Werbespots gesehen. Direkten Strand¬zugang haben nur Hotels am Ocean Drive unterhalb der 6. Straße und an der Collins Avenue oberhalb der 16. Straße. Das berühmteste Strandhotel ist "The National Hotel" mit seinem 60-Meter-Pool mit Meerblick, Hängematten unter Palmen und Loungebar am Strand.
Zum Einbruch der Dunkelheit tauchen die Neon-Hotelschilder den Ocean Drive in ein buntes Licht. Dann klappen am Strand auch Hobbyfotografen ihre Stative aus, um die bunte Kulisse mit den schwarzen Silhouetten der Palmen abzulichten. Unterdessen wird an den Theken von SoBe die Happy Hour eingeläutet. Zum Dinner geht es zu "Joe's Stone Crab Restaurant", wo es nach frischen Meeresfrüchten als Nachtisch den leckeren "Key Lime Pie" gibt. Tischreservierungen sind nicht möglich, die Warteschlange lang. Dieses Bild wiederholt sich später am Abend vor den Clubs, in denen die Parties mal um 22 Uhr, andernorts erst um vier oder fünf Uhr morgens anfangen. Wer nicht weiß, in welche der weit über Hundert Bars und Diskotheken einzukehren ist, kann sich an Klassiker halten. Als Partybars am Ocean Drive sind das "Wet Willies", die Poolbar vom "Clevelander" und das kubanische "Mangos" immer gut gefüllt. House-, Funk- und Hiphop-Fans können das VIP-Ambiente im "Crobar", "Mansion", "Pearl", "Opium Garden", "Prive" oder tagsüber im Strandclub "Nikki Beach" genießen.
Text: Andrea Bonder